Seit dem 1. Januar 2025 sind Energieversorger in Deutschland mit mehr als 100.000 Kunden gesetzlich verpflichtet dynamische Stromtarife anzubieten. Das regelt das novellierte Energiewirtschaftsgesetz. Aber was bedeutet das für Sie als Verbraucher?
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Tarif zahlen Sie keinen festen Preis pro Kilowattstunde sondern einen Preis der sich stündlich ändert — je nach aktuellem Börsenstrompreis.
Ist viel Wind- und Solarstrom im Netz, sinkt der Preis. Ist die Nachfrage hoch und das Angebot knapp, steigt er. In extremen Situationen kann der Börsenstrompreis sogar negativ werden — Strom ist dann praktisch umsonst oder wird sogar "verschenkt".
Klingt gut — wo ist der Haken?
Der Börsenstrompreis macht nur einen Teil Ihrer Stromrechnung aus. Netzentgelte, Steuern und Abgaben sind fix und machen oft 60–70% des Gesamtpreises aus. Das begrenzt den möglichen Vorteil.
Von einem günstigen Börsenstrompreis profitieren Sie nur wenn Sie in diesem Moment auch wirklich Strom verbrauchen. Wer seinen Verbrauch nicht flexibel steuern kann, zahlt im Durchschnitt ähnlich viel wie bei einem guten Festpreistarif.
Für wen lohnt es sich?
Dynamische Tarife sind interessant wenn Sie eines oder mehrere dieser Geräte haben:
Ein Elektroauto das Sie nachts oder mittags laden können statt in den teuren Abendstunden. Eine Wärmepumpe mit intelligentem Steuerungssystem das auf günstige Preisfenster reagiert. Einen Heimspeicher der bei niedrigem Preis lädt und bei hohem Preis entlädt.
Für einen normalen Haushalt ohne diese Geräte bietet ein guter Festpreistarif meist mehr Planungssicherheit bei vergleichbarem Preisniveau.
Nicht sicher was für Sie passt?
Das ist völlig normal — die Tarifwelt wird zunehmend komplexer. Genau deshalb ist eine persönliche Einschätzung so wertvoll. Was für den Nachbarn mit E-Auto optimal ist muss für Ihren Haushalt nicht das Richtige sein.